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Eine unterschätzte Volkskrankheit

Depressionen waren lange Zeit tabu. Keiner wollte durch die Erkrankung stigmatisiert, oder gar bloßgestellt werden. Heute sind mehr Menschen denn je von Depressionen betroffen. Wissenschafter prognostizieren ein weiteres Ansteigen der Neuerkrankungen in den nächsten Jahren. Ein Schulterblick in den tiefen Abgrund am Scheideweg des Lebens, aus dem Einige nicht mehr hinauskommen.


Die Symptome der Depression nahmen die Menschen früher nicht als Krankheit wahr, sondern als ein angeborenes Temperament. Zum heutigen Verständnis haben uns einige Wissenschaftler und Ärzte verholfen. Ein bekannter unter ihnen ist der griechische Arzt Hippokrates von Kos. Er hat im 5 Jahrhundert die Typologie erstellt und hat die Melancholie untersucht, die der heutigen Depression entspricht. Hippokrates war der Meinung, dass die „schwarze Galle“ den gesamten Körper übernimmt und somit bis ins Gehirn eindringt, wodurch sich der Mensch depressiv und antriebslos fühlt. Erst am Ende des 17. Jahrhunderts hat der schottische Arzt William Cullen den Zusammenhang zwischen Mensch und Depression aufgeschrieben Cullen hat eine Art Nervenmechanik entworfen, wodurch er erkennen konnte, welche Umstände zur Melancholie führen.

Wie entstehen Depressionen?

Hinter den heutigen Begriff „Depression“ steht also eine komplizierte Wissenschaftsgeschichte, in deren Verlauf zunächst ganz andere Bezeichnungen verwendet wurden. Im 19. Jahrhundert findet sich in der englischen, französischen und deutschen psychiatrischen Literatur der Begriff Dysthymie als Synonym für Depression bzw. für den Wechsel zwischen Depression und Euphorie (Manie). Am Anfang des 20. Jahrhunderts hat der deutsche Psychiker Ernst Kretschmer den Körperbau mit den psychischen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Tatsächlich gehen die Forscher auch heute davon aus, dass die Depression angeboren und vererbbar ist.

Depressionen tauchen eher Phasenweise auf. Man unterscheidet eine Depression in „leichte“, „mittelschwere“ und „schwere“  Depressionen. Bei einer Depression wird der Stoffwechsel des Gehirns verändert, wodurch die häufigen Symptomen auftauchen: Neben einer Verminderung des Antriebs, kommt es unter anderem zu einer Beeinträchtigung der Fähigkeit, Empfindungen wie Freude oder Zufriedenheit wahrzunehmen. Für die Behandlung einer Depression ist ein Gespräch mit einem Arzt oder Therapeuten eine wichtige Grundlage. Darauf basierend wird dann ein Therapieplan erarbeitet welcher, neben einer medikamentösen Therapie, auch noch eine Psychotherapie enthält.

Ob die Stoffwechselstörung die eigentliche Krankheitsursache der Depression oder nur die Folge anderer Krankmachender Prozesse ist, wird von Experten nach wie vor diskutiert. Es steht jedoch fest, dass sich eine Depression nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen lässt. Es sind meist verschiedene Faktoren beteiligt, die erst im Zusammenspiel eine Depression hervorrufen. Zahlreiche innere und äußere Umstände lassen einen Menschen an einer Depression erkranken.

Als Präventivmaßnahmen für Depressionen gelten ausgewogene Ernährung, viel Bewegung, strukturierte Tagesplanung und sozialer Kontakt. Ein Allheilmittel gegen die Erkrankung an einer Depression gibt es leider nicht. Dafür gibt es zahlreiche Beratungsstellen und Therapiezentren, in welchen die Erkrankungen gezielt und meistens mit Erfolg behandelt werden. Der Weg zum Therapeuten ist also der erste Schritt, um dem dunklen Abgrund zu entkommen.

  • Quelle: Flickr.com

Es haben sich wahrscheinlich schon alle von uns einmal „depressiv“ gefühlt. An manchen Tagen hat man einfach keine Lust auf die Aktivitäten, die man normalerweise gerne unternimmt. Das Selbstwertgefühl sinkt und die Freuden und Interessen im Leben gehen verloren. Im Alltag verwenden wir den Begriff „depressiv“ um eine normale Verstimmung zu bezeichnen. Im medizinischen Sinne wird die Depression jedoch als eine seriöse und behandlungsbedürftige Erkrankung verstanden. Dabei sind Depressionen sehr häufig, denn es entwickeln etwa 16 bis 20 von 100 Menschen eine Depression im Laufe ihres Lebens. Es wird allerdings nur bei der Hälfte von ihnen eine tatsächliche Erkrankung erkannt und behandelt. Nur bei einem Viertel dieser Personen wird die Erkrankung hinreichend behandelt.