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Generation Müll

Jährlich wird tonnenweise Plastikmüll produziert und der Konsum der Menschen gerät außer Kontrolle. Gegenbewegungen wie Zero Waste kämpfen für einen nachhaltigeren Lebensstil und versuchen der globalen Katastrophe entgegen zu wirken.


Umweltverschmutzung geht uns alle an! Mit Zero Waste in Vienna

Die Umweltverschmutzung ist ein globales Problem, welches von Tag zu Tag immer mehr aus dem Ruder läuft. Flüsse, Straßen und Meere sind permanent von unserem leichtsinnigen Umgang mit Müll betroffen. Wenn man am Strand steht, kommt es oft vor, dass man einen Plastiksack an der Wasseroberfläche treiben sieht. Nur wenige Personen würden sofort die Initiative ergreifen und sich in die Fluten stürzen, um den Müll heraus zu fischen. Die Meisten wiederum denken sich auch nichts dabei oder nehmen das Plastik vor ihren Augen erst gar nicht wahr. 

Man könnte diese zwei Orientierungen auch als Grundlage für die globale Umweltverschmutzung sehen. Zum einen gibt es Menschen, die sehr engagiert sind und die dieses Thema wirklich sehr bewegt. Sie wollen für sich selbst und für Andere eine gute Lebensbasis schaffen. Die Umwelt bestimmt wesentliche Faktoren, wie die durchschnittliche Lebensdauer, die ertragreiche oder ertragsarme Ernte der Bauern beziehungsweise die Lebensqualität aller Lebewesen, Tiere sowie Menschen. Zum anderen zeigt sich, dass viele Personen zu wenig Interesse für Nachhaltigkeitsthemen haben oder nicht wissen, welche drastischen Auswirkungen ihr Handeln und ihre Routine haben können.

Speziell in Wien lässt sich das Phänomen gut verfolgen. Entlang des Donaukanals werden tagtäglich Unmengen an Müll abtransportiert. Bis zum Abend sammelt sich hier bergeweise Plastik an. Nachtsüber werden die Mülleimer geleert und die Straßen gesäubert. Ein mühsames Prozedere, welches hier 365 Tage im Jahr vonstattengeht. 

Warum die Straßen entlang des Donaukanals das am besten verdeutlichen, ist ganz klar. Insbesondere zu wärmeren Jahreszeiten, also im Frühling und im Sommer, werden hier viele Bars eröffnet. Da der Donaukanal mitten durch das Stadtzentrum verläuft und somit eine gute Lage aufweist, ist er ein zentraler Treffpunkt für jung und alt. Mit den vielen Unterhaltungsmöglichkeiten rundherum bietet es sich an, sich nachmittags oder abends gemütlich hinzusetzen und ein Gläschen zu trinken. Doch leider werden hier oft keine Gläser verwendet, sondern Plastikbecher. Die Betreiber wollen keine Scherben oder Diebstähle riskieren. Die Becher werden oft von den Gästen anschließend irgendwo am Straßenrand abgeworfen, auch wenn in wenigen Metern Entfernung der nächste Mistkübel steht.

Wie sollte man sich nun tatsächlich mit dem Thema Plastik beschäftigen und wie sorgen wir für eine bessere Umwelt? 

Auch beim Einkaufen zeigt sich, dass immer mehr Kunststoffverpackungen verwendet werden. Selbst einzelne Früchte werden von den Supermarktketten verpackt und isoliert, aber muss das denn wirklich sein? In Wahrheit wäre es bereits eine große Hilfe, wenn man das Obst oder das Gemüse am Ende des Einkaufs in eine Stofftasche packt. Das könnte beispielweise auch ein Netzsackerl sein. Bereits mit diesen kleinen Veränderungen im Alltag könnte man der Umwelt helfen. Nicht umsonst sagt man, dass kleine Dinge Großes bewirken können. Noch mehr Tipps, um dein Leben nachhaltiger zu gestalten, findest du am Ende des Artikels.

Zero Waste Bewegung

Eine Bewegung in Österreich, die sich auf das Thema „Nachhaltigkeit“ spezialisiert, ist „Zero Waste“. Die Gründerin namens Helene Pattermann hat seit 2015 verschiedene Veranstaltungen auf die Beine gestellt, zu denen sie Zero Waste Experten und Expertinnen sowie Blogger und Bloggerinnen einlädt. Der Sinn dabei ist es, die Gemeinschaft im Allgemeinen zu stärken und die Chance zum gegenseitigen Austausch zu ermöglichen. Viele Blogger in Österreich zählen bereits zu den sogenannten „Influencern“, die mit ihrem Handeln auch andere Menschen beeindrucken. Mitunter werden dabei Bekannte, Freunde und Freundinnen sowie fremde Zuseher und Zuseherinnen auf das Thema „Nachhaltigkeit“ aufmerksam. Wenn sie ihren Lebensstil gut vermarkten und überzeugend sind, dann kann das ihre Mitmenschen inspirieren und mitreißen. Das Umdenken beginnt zu dem Zeitpunkt, wenn man den Leuten das Problem wirklich vor Augen führt. Die persönliche Ebene muss im Fokus liegen, damit der Schalter bei den Rezipienten und Rezipientinnen umgelegt wird. Man muss einen Menschen zeigen, wie viel ein Mensch allein bewirken man.

Die Ziele sind, dass man mehr Unternehmen generiert, die sich damit beschäftigen und auch mehr Veranstaltungen zu Stande bringt, die das Thema fokussieren. Laut der Gründerin Helene Pattermann ist es wichtig, dass man immer in einem „Kreislauf“ denkt. In einem Video macht sie deutlich:

"Der Müll des Einen soll die Ressource des Anderen sein" – Patterman

  • Foto: Justine Siegler

Interview mit Justine

 

Im Interview erzählt uns die Bloggerin Justine von ihrer Einstellung zur Umwelt und vor allem zu ihrer Haltung zum Thema „Müll in Wien“. Sie orientiert sich an einer nachhaltigen Lebensweise, ernährt sich bereits seit vier Jahren vegan und konzentriert sich vor allem auf glutenfreie und zuckerfreie Gerichte. 

Ihrer Ansicht nach wird vor allem das globale Verhältnis zum Thema Müll deutlich anders verstanden. Uns wird zwar vor Augen geführt, wie sich die Müllproblematik in Drittländern oder in den weiten Meeren des Ozeans zuspitzt, jedoch bekommt unser Land damit einen komplett anderen Stellenwert. Wir setzen automatisch ein „Hackerl“ unter das Thema Plastik und Müll, weil wir, verglichen mit den armen Ländern, wie den Entwicklungsländern, Österreich zunehmend als sauber und problemlos einstufen. 

Der Müll am Donaukanal wird auch von ihr als schwerwiegendes Problem gesehen. Die Müllhorden können durch die starken Windverhältnisse leicht ins Wasser getragen werden. Gerade die Donau ist der größte Fluss Österreichs, der am Ende direkt ins Meer verläuft. Folglich gerät der ganze Abfall wieder in den Ozean, sammelt sich dort an. Wieder einmal sind weitere Tierarten vom Aussterben bedroht. Ein ewiger Kreislauf des Bösen sozusagen. 

Tipps, wie du dein Leben nachhaltiger gestaltest