Multimedia

Fridays for Future

Die Wichtigkeit des Klimaschutzes, wie kam es zu dieser Bewegung und was kann ich selber tun, um umweltbewusster zu leben?


Fridays For Future: Wie sich Wiener SchülerInnen für das Klima und die Zukunft einsetzen

Von Woche zu Woche treffen sich hunderte Schüler und Schülerinnen am Heldenplatz, um gemeinsam ein Zeichen gegen den Klimawandel zu setzen. 

"Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!" 

Wir begleiteten einer dieser ambitionierten Schülerinnen: Anna, 16 Jahre, versucht seit Beginn der österreichischen Fridays for Future Streiks, zusammen mit einigen ihrer Klassenkameraden, auf die Erderwärmung aufmerksam zu machen. 

Wie alles Begann 

Mit 8 Jahren hat Greta Thunberg, die Initiatorin der Fridays For Future Streiks, von dem Klimawandel erfahren. Ab diesem Zeitpunkt war für sie klar, dass sie etwas dagegen tun kann und muss. So beschloss sie eines Freitags im Sommer 2018, nicht in die Schule zu gehen – stattdessen stellte sie sich mit einem selbstgebastelten Plakat mit der Aufschrift „Skolstrejk för Klimatet“ vor das Parlament im Zentrum Stockholms. Mit ihrem Vorgehen, welches sie seither Woche für Woche durchzieht, hat die junge Aktivistin viel Aufmerksamkeit von der internationalen Presse bekommen, die seitdem regelmäßig über sie berichtet. Dadurch ist Thunberg nicht nur zu einem Vorbild vieler junger Erwachsene geworden, sondern hat vor allem auch viele Mitstreiter und Mitstreiterinnen gewonnen - und das weltweit. Von Stockholm über Frankreich bis hin zu Italien, mittlerweile halten fast alle Länder Europas Fridays for Future Streiks ab. 

Greta Thunberg und ihre Streiks sind zu einem weltweiten Phänomen herangewachsen: Fast alle kennen sie und die meisten lieben die Klimaaktivistin für ihr Durchsetzungsvermögen und ihren starken Willen. Ihre zwei blonden, geflochtenen Zöpfe gehören zu ihrem Markenzeichen, gemeinsam mit ihren aussagekräftigen Reden, die die Schwedin bravurös vor großen Menschenmengen oder gar machtreichen Politikern, wie dem UN-Generalsekretär Antonio Guterres, hält. 

„Du bist nie zu klein, um einen Unterschied zu machen!“  

Nach wie vor ist die Schwedin an Freitagen nicht in der Schule zu sehen. Wenn sie nicht in einem anderen Land mitstreikt, steht sie in ihrem Heimatland vor dem Parlament und macht auf den Klimawandel aufmerksam. Der Gedanke dahinter ist simpel: Wieso sollten die Schülerinnen und Schüler etwas in der Schule für die Zukunft lernen, wenn die Zukunft nicht garantiert ist? 

Genau dieser Gedanke hat auch Anna dazu gebracht mit zu streiken: Die 16.-Jährige Schülerin aus Wien ist seit Anbeginn der österreichischen Fridays For Future Streiks dabei. Zusammen mit einigen Schulkameraden versuchen sie durch selbstgebastelte Plakate und Sprüche auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. „Es stimmt was Greta sagt. Wieso sollte ich in die Schule gehen, wenn mir meine Zukunft nicht garantiert ist? Ich will zuerst sicher gehen, dass wir dem Klimawandel entgegenwirken – erst danach werde ich die Schulbank drücken.“, sagt die motivierte und engagierte Schülerin. Auf die Frage, ob denn alle Lehrende Personen einverstanden sind, berichtet Anna von zwei verschiedenen Lagern: Die einen, die die Schülerinnen und Schüler unterstützen, motivieren und die Streiks an sich für eine gute Sache halten – und die anderen, die offen meinen, dass die Klimastreiks nichts bewirken werden. Genau diesen negativen Aussagen, sieht die 16-jährige mit positiven Kämpfergeist entgegen: „Man ist nie zu klein, um einen Unterschied zu machen – so in etwa sagte das mal Greta, und auch hier stimme ich ihr vollkommen zu! Wenn wir nicht alle daran glauben würden, dass diese Streiks eine Veränderung mit sich bringen könnten, würden wir nicht jede Woche hier sein.“

Wien streikt mit! 

Der erste österreichische Fridays For Future Streik fand am 21.12.2018, am Wiener Heldenplatz statt. Bis dato ist dies der Hauptstandort aller weiterfolgenden Klimastreiks geblieben. Zusätzlich zu den gemeinsamen Rufen und kleinen Marschen, werden Expertenrunden/ -interviews und Vorträge zu dem Thema Klimawandel gehalten. Hierbei werden die vielen Protestierenden aktiv durch offene Fragerunden, Abstimmungen oder Quizze miteinbezogen.

Da die Bewegung keiner Partei oder Organisation angehört, kann jeder und jede, egal ob jung oder alt mitmachen, vorwiegend sind allerdings Schülerinnen und Schüler anwesend.

Auf der Facebook-Seite von Fridays For Future werden alle Streiks mit Standorten, Zeiten und wichtigen Informationen angegeben und durch Live Streams können sowohl vereinzelte Personen, als auch ganze Klassenzimmer am Streik teilhaben. Diverse Fotos und Videos werden auf den vielen social Media Kanälen der Fridays For Future Institution geteilt, genauso aber auch von den vielen Streikenden, was wiederrum noch mehr Reichweite und Aufmerksamkeit bringt. Die Streiks finden dabei unter dem Hashtag #fridaysforfuture #DasStreikendeKlassenzimmer , #ClimateStrike und #TeaForFuture statt.

Anna benutzt, genauso wie ihre Freunde, am häufigsten Instagram und Snapchat, wenn sie es schafft bei einem Klimastreik mitzuwirken „Es sind die einfachsten zwei Plattformen, um zu zeigen, dass du dabei bist und die Leute zu markieren, die mit dir streiken. Außerdem sehe ich dadurch immer, ob und welche Freunde aus anderen Klassen oder Schulen mitstreiken.“

Step by Step: Einfache Tipps, um unserer Umwelt zu helfen 

Wenn es darum geht, unsere Umwelt zu schützen, so kann fast jeder den ein oder anderen Trick verraten. Wir haben uns beim weltweiten Klimastreik am 24. Mai, umgehört, was die Protestierenden machen, um dem Klimawandel entgegen zu wirken – das waren ihre häufigsten Tipps: 

1.     Regional & Saisonal einkaufen

Wer weder saisonal, noch regional einkauft, vergisst häufig, welchen weiten Weg die Lebensmittel zurückgelegt haben. Einerseits verlieren die Produkte dadurch an Frische und wertvollen Inhaltsstoffen und andererseits sind diese, lang zurückgelegten Wege, eine unfassbare Umweltbelastung. Besonders schädlich sind hierbei Flugzeugtransporte, welche 200-mal mehr Treibhausgase pro Tonnenkilometer ausstoßen, als Hochseeschiffe. 

2.     Weniger Autofahren und Fliegen

Kurz vor den Sommerferien ist dieser Tipp oftmals gar nicht so einfach umzusetzen. Allerdings sind die meisten Urlaubsdestinationen mit der umweltfreundlichen Alternative, dem Zug, erreichbar. Auch Anna hat ihre Eltern dieses Jahr dazu überredet den Urlaub so zu planen, dass sie jegliche Strecken mit dem Zug fahren können: „Dieses Jahr fahren wir das erste Mal mit der gesamten Familie mit dem Zug in den Urlaub – ich glaube das wird abenteuerlich und jede Menge Spaß machen!“

3.     Plastik meiden und auf Wiederverwendbarkeit setzen 

In allen Bereichen unserer Konsumgesellschaft ist es modern geworden, auf Wiederverwendbarkeit zu setzen, und das ist gut so! Produkte gebraucht kaufen, wiederverwenden oder sogar mit anderen teilen – die Optionen hierbei sind unendlich. Wer alleine schon beim Lebensmitteleinkauf einen Jutebeutel mitnimmt und sich bewusst gegen eine neue Plastiktragetasche entscheidet, trägt schon erheblich zum Schutz des Klimawandels bei. 

4.     Strom nicht verschwenden 

Dazu gehört vor allem auch, dass man die technischen Geräte über Nacht nicht in den Steckdosen stecken lässt und auch versucht den Stand by Modus zu vermeiden. Außerdem sollte man alle unnötigen Lichtquellen abdrehen und im Allgemeinen das Licht nicht unnötig brennen lassen. 

Weitere Tipps, seht ihr in unserem Video. 

Plakat Galerie