Berlin

Berliner und ihre Stadt

Berlin hat kein Zentrum. Für den Berliner ist der Kiez das Zentrum


Berliner und ihre Stadt

Wenn Berliner wieder in ihre Stadt zurückkommen, bemerken sie zuerst die Veränderung. Irgendetwas sah anders aus, als sie die Stadt verlassen hatten. Sie übersehen keine neue Baustelle in der Stadt, obwohl sie ihren Kiez nur selten verlassen. Neuankömmlinge sind verwundert, in den Berlinern die „schlimmsten Dorfbewohner“ zu erkennen, weil diese so sesshaft sind.

Wer es etwa wagt, einen Kreuzberger zu fragen, ob er aus dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg (seit 2001 ein gemeinsamer Verwaltungsbezirk) kommt, wird keine (nette) Antwort erhalten. Zu diesem Selbstverständnis der Kreuzberger kommt die Eigenart hinzu, gerne ihren Müll auf den Straßen und Balkonen zu lagern, um Unerwünschte abzuschrecken und so die Mietpreise zu drücken.

„Erst wenn die letzte Eigentumswohnung gebaut, der letzte Klub abgerissen, der letzte Freiraum zerstört ist, werdet ihr feststellen, dass der Prenzlauer Berg die Kleinstadt geworden ist, aus der ihr mal geflohen seid.“ Das konnte man an der Fassade des Klubs der Republik lesen, bis er im Februar abgerissen wurde. Während der Teilung verließ fast die Hälfte der Bewohner den Prenzlauer Berg, nach der Wende war er das größte zusammenhängende Sanierungsgebiet Europas und wegen seiner hohen Kriminalitätsrate verrufen. Viele zogen hierher, weil sie nur wenig oder gar keine Miete zahlen mussten. Mittlerweile zählt er zu den beliebtesten Rückzugsorten für Jungfamilien, die Kriminalität beschränkt sich größtenteils auf Fahrraddiebstähle und die Mieten zählen zu den höchsten in Berlin. 

Das ist nur eine kleine Auswahl der Stereotype über und Eigenheiten von Berlin, die ein zentraler Bestandteil dieses Blogs sein werden.


  • Bewohner protestieren gegen hohe Mietpreise.