Paroli

Hat hier jemand Buch gesagt?

Als Medienpartner des BuchQuartiers widmet sich Paroli den verschiedenen Facetten des Buches und hat sich für einen etwas anderen Rückblick auf die Veranstaltung entschieden. Darf es interaktiv sein?


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Lesung

Der Buwockl ist ein kleiner Kobold mit sehr schönem Haar ...

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Lesung

Die Hofburg wird täglich von tausenden Einheimischen und Touristen besucht ...

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Lesung

Das Ende kam nicht wie von allen erwartet ...

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Klappentext

In Christoph Flarers „Am achten Tag“ hält das Surreale Einzug in der alltäglichen Welt.

Evolutionsgeschichte

In Christoph Flarers „Am achten Tag“ hält das Surreale Einzug in der alltäglichen Welt. Dies zwingt die Menschen dazu ihre Lebensgewohnheiten zu verändern. Was einigen gelingt und anderen nicht gelingen will.

Über mehrere Monate hinweg tauchten vorwiegend in den hoch industrialisierten Ländern seltsame Konstrukte auf. Viele von ihnen waren winzig klein, andere wiederum so großflächig, dass man sie keinesfalls übersehen konnte. Wundersame Vorgänge im Leben der Charaktere beherrschen die Geschichten in „Am achten Tag“. Im Garten von Jack und Emily befindet sich eines Morgens eine fremde Konstruktion, die sich kein Stück bewegen lässt. In der Innenstadt tauchen zuerst nur vereinzelte moosartige Flecken auf, die immer größer werden, sich verbinden und bald ganze Gassen überziehen. Carlos frobs machen plötzlich Probleme und in Rubens Labor steigt der Stromverbrauch dramatisch an. Von alledem bekommen Tereza und Marek nichts mit, sie haben sich aus der geregelten und geordneten Stadt fortgemacht und befinden sich mitten im mongolischen Nichts.

Wandelbare Technologien

Um sich ganz von technischen Errungenschaften frei zu machen, wirft Tereza das Navigationsgerät und das Handy ihres Freundes in den Wüstensand. Während die anderen Personen im Buch mit einer Technik konfrontiert sind, die sich stetig wandelt und ihre eigenen und für die Menschen ungewissen Ziele zu verfolgen scheint. Einige arrangieren sich damit, so zum Beispiel Lena. Die Studentin befestigt ihre Hängematte an dem Geflecht, welches als kleiner Fleck am Sockel eines Schaufensters seinen Ursprung nahm und mittlerweile ihr Fenster in luftiger Höhe verdeckt. Auch die Obdachlosen der Stadt haben eine Verwendung für die seltsamen Konstrukte mitten in der Stadt und können sich durch sie einen Platz in der Gesellschaft zurückerobern. Emily kann sich allerdings nicht so recht mit dem Gebilde anfreunden, das ihren Gartenzaun zerstört hat und nun von ihren Kindern als Klettergerüst verwendet wird und den Nachbarkindern die Möglichkeit bietet einfach in den geschützten Bereich der Familie zu klimmen.

Rundumschlag

Flarer übt in seinem Buch Kritik an der Technikabhängigkeit der Menschen und dem Umgang mit der Technik. Beispielhaft dafür ist der Ich-Erzähler: Ein Freund erzählte von einem Autounfall, den er direkt vor seinen Augen miterlebt hatte. Ich kannte den Hergang schon. Er stand am Morgen in den Onlinenachrichten. oder Wir wollten zusammen eine Ausstellung besuchen. Ich sagte ab. Ich hatte gelesen, sie sei langweilig. Außerdem wurden relativ wenig Objekte präsentiert. Die Interessanten hatte ich mir schon vorab im Netz angeschaut.

Der Titel „Am achten Tag“ ist ebenfalls als Kritik zu sehen. Nachdem Gott sechs Tage lang sein Werk vollbrachte und am siebenten ruhte, ist nun der Mensch an der Reihe und erschafft mit Hilfe der Technik. Dabei wird immer ein bestimmtes Ziel verfolgt, was laut Autor dem Potenzial der Technik allerdings nicht gerecht wird. Würde diese unabhängig sein, wären unvorstellbare Dinge möglich. Dinge, wie sie im Buch geschehen. Neben der Zivilisations- und Gesellschaftskritik schimmert aber auch ein wenig Tadel an moderner Stadtentwicklung und Städtebau durch. Ein Umstand, der aus dem Brotberuf des Autors resultiert. Christoph Flarer arbeitet als Architekt.
Während man sich zu Beginn erst an die schnellen Perspektivenwechsel gewöhnen muss, schafft es Flarer im Laufe des Buches und mit seiner ruhigen Sprache seine vielfältigen Ideen so zu präsentieren, dass sich ein großes Ganzes daraus ergibt. Der Leser taucht dabei in eine Welt ein, die im einen Moment ganz normal und banal zu sein scheint und im nächsten schon wieder eine surreale Überraschung bereithält.

Autor

Christoph Flarerwurde 1979 in Meran (Südtirol) geboren. Nach erfolgreichem Architekturstudium im Ausland ist er derzeit als Architekt und Musiker tätig. Flarer veröffentlichte zahlreiche Texte, unter anderem für die Zeitschrift „Pofl“ und schrieb 2009 ein bisher unveröffentlichtes Drehbuch. Seine Texte bestechen vor allem durch seinen Ideenreichtum. Flarers Arbeit zeichnet sich vorrangig dadurch aus, dass er eine surrealistische Welt erschafft, in der sämtliche Charaktere glaubwürdig bleiben. Am achten Tag ist der Debütroman des jungen Autors. 

Quellen

http://www.septime-verlag.at/autoren/flarer.html

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Klappentext

Jürgen Bauer zeigt in seinem Debütroman, dass es die kleinen Entscheidungen im Leben sind.

Von Trümmerfrauen und schwulen Schauspielern

Jürgen Bauer zeigt in seinem Debütroman „Das Fenster zur Welt“, dass es die kleinen Entscheidungen im Leben sind, die über die großen Dinge bestimmen. Der Generationenkonflikt zwischen seinen beiden Hauptfiguren Hanna und Michael löst sich während einer gemeinsamen Reise in die Vergangenheit auf.

Sie weinte schließlich, als sie sich ein letztes Mal von ihrer Mutter verabschiedete, die sie so lange gepflegt hatte, und ihr einen Kuss auf die dünnen eingefallenen Lippen drückte. Nach dem Tod ihrer 100-jährigen Mutter begibt sich die Protagonistin Hanna auf eine Reise in die Vergangenheit. Ihr bisheriges Leben lang hatte sie ihren Blick immer nur nach vorne gerichtet. Melancholie war ihr fremd. Doch plötzlich zeigt sich die gealterte Frau dazu bereit, aufgeschobenen Fragen nachzugehen und vergangene Entscheidungen zu hinterfragen.

Roadtrip und Generation Clash

„Johannes besuchen. Ein letztes Mal. Ich habe dir von ihm erzählt, erinnerst du dich? Ich traue mich nicht, alleine zu fahren.“Nachdem ihre Tochter sich nicht dazu bereit erklärt, sich mit ihr auf Identitätssuche zu begeben und sie nicht auf ihrem Weg ins entfernte Bayern begleiten will, findet Hanna in Michael einen Beifahrer, der selbst auf der Suche ist. Wonach weiß er jedoch nicht genau. Für den arbeitslosen Schauspieler ist nach der Trennung von seinem langjährigen Partner gar nichts mehr klar, nicht einmal seine eigene Sexualität. Sein Hang zum unglücklich sein nimmt ihm jegliche Chance auf funktionierende Beziehungen. Als sich Hanna und Michael allerdings beim Speed-Dating kennenlernen, entsteht zwischen den beiden eine spezielle Verbindung. Die anfänglichen Befürchtungen des Lesers, dass daraus eine heitere Liebesgeschichte mit den üblichen Widrigkeiten von generationsübergreifenden Paaren entsteht, zerstreuen sich Gott sei Dank recht schnell. Die Protagonistin, die nach dem Zweiten Weltkrieg damit beschäftigt war der nächsten Generation eine bessere Zukunft zu ermöglichen, wobei ihre eigenen Kinder auf der Strecke blieben, und der Schauspieler, der damit beschäftigt ist, auch im Privatleben eine Rolle zu spielen, woran seine Beziehung zerbrach, erkennen, dass sie einander von Nutzen sein können. Denn als Michael bemerkt, dass er Hanna bereits aus seiner Kindheit kennt, glaubt er daran, dass sie ihm Fragen nach seiner verschwundenen Mutter beantworten kann.

Rückkehr zum Glück

Verschwunden war auch Hanna, nämlich aus dem Leben von Johannes. Nach den Wirren der Nachkriegszeit hatten sie sich jahrzehntelang nicht gesehen. Als sie nach so langer Zeit wieder auf seinem Bauernhof in Bayern auftaucht und Michael im Schlepptau hat, ist Johannes verwirrt und doch glücklich. „Du bist zurückgekommen, weil in unserem Alter sowieso alles egal ist“, wirft er seiner Jugendliebe vor. „Ich bin zurückgekommen, weil in unserem Alter nichts mehr egal ist“, entgegnet sie ihm. Der gemeinsame Aufenthalt in der ländlichen Idylle macht besonders dem Schauspieler klar, dass es im Leben an Entscheidungen bedarf und dass wenn man sich entscheidet, man immer auch etwas aufgibt.

Jürgen Bauer zeigt mit seiner einfachen und feinfühligen Sprache, wie kompliziert das Leben sein kann und dass das Richtige nicht immer das Wahre ist. Wie wichtig die richtigen Fragen sind und dass es bei Entscheidungen kein Richtig und kein Falsch gibt. „Das Fenster zur Welt“ ist zwar kein typsicher Generationenroman, aber viel lesenswerter als viele von diesen.

Autor

Jürgen Bauer geboren 1981, lebt in Wien. Im Rahmen des Studiums der Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Wien, Amsterdam und Utrecht spezialisierte er sich auf Jüdisches Theater und veröffentlichte hierzu zahlreiche Artikel und Buchbeiträge. 2008 erschien sein Buch No Escape. Aspekte des Jüdischen im Theater von Barrie Kosky. Seine journalistischen Arbeiten zu Theater, Tanz und Oper erscheinen regelmäßig in internationalen Zeitungen und Zeitschriften. Jürgen Bauer nahm mit seinen Theaterstücken zwei Mal am Programm »Neues Schreiben des Wiener Burgtheaters« teil. Das Fenster zur Welt ist sein Debütroman.

Quellen

http://www.septime-verlag.at/autoren/bauer.html

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Interview

Ansichten eines Sachbuchautors

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Interview

Ansichten einer Fantasyautorin

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Interview

Ansichten eines Karikaturisten

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Interview

Ansichten einer Verlegerin

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Animation

What's the Big Deal about Books?

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von:
Fabian Lang
Lukas David Wagner
Yvonne Widler
Jan Michael Marchart
Harald Triebnig
Max Sternbauer

18.11.2013